Den zweiten Sonnabend in Folge steht Berlin ein rechtsextremer Protest bevor. „Der Dritte Weg“ will in Hellersdorf sein zehnjähriges Bestehen des Hauptstadt-Stützpunktes feiern.
Die Berliner Polizei wird wohl auch am kommenden Wochenende vor einem Großeinsatz stehen.
Die Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ hat eine Demonstration durch den Stadtteil Hellersdorf angemeldet, wie ein Sprecher der Berliner Polizei dem Tagesspiegel bestätigte.
Der rechtsextreme Aufmarsch soll am Sonnabend um 14 Uhr in der Riesaer Straße beginnen und bis zum Alice-Salomon-Platz ziehen.
Unter dem Motto „Unsere Alternative heißt Revolution!“, die Parole der Jugendorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“ der Partei, wurden bei der Versammlungsbehörde 70 Teilnehmer angemeldet.
Hintergrund ist offenbar das zehnjährige Bestehen des sogenannten „Stützpunktes Berlin-Brandenburg“. Die Neonazis gliedern sich deutschlandweit in regionale Ableger.
Bereits vergangenes Wochenende wollten hunderte Rechtsextreme aus dem Milieu neu entstandener Jugendgruppen durch Berlin-Friedrichshain ziehen und wurden nach wenigen Metern von zahlenmäßig weit überlegenen Gegendemonstranten gestoppt.
Die Demonstration der Neonazis wurde schließlich vorzeitig beendet. Es kam zu zahlreichen Festnahmen.
„Der Dritte Weg“ zog zuletzt am Tag der Deutschen Einheit 2020 mit mehreren hundert Teilnehmern durch Berlin-Hohenschönhausen.
Die Route des Aufmarschs wurde damals stark verkürzt, weil Sitzblockaden tausender Gegendemonstranten die Wegstrecke blockierten. Es kam zu teils heftigen Auseinandersetzungen.
In der Datenbank der Versammlungsbehörde sind bisher keine Gegendemonstrationen zum rechtsextremen Protest am Wochenende eingetragen. Es ist aber fest damit zu rechnen, dass diese noch angemeldet werden.
Die Anmeldung des „Dritten Wegs“ erfolgte vergleichsweise kurzfristig, möglicherweise um sowohl Polizei als auch Gegendemonstranten herauszufordern.
Zeitgleich sind am Sonnabend verschiedene Versammlungen aus dem pro-palästinensischen Lager, unter anderem im Regierungsviertel, angemeldet.
Es ist damit zu rechnen, dass die Berliner Polizei erneut auf die Unterstützung von Hundertschaften aus anderen Bundesländern angewiesen ist.
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