this post was submitted on 04 Apr 2025
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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Das Sammelbecken auf feddit.org für alle Deutschsprechenden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und die zwei Belgier. Außerdem natürlich alle anderen deutschprechenden Länderteile der Welt.

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Eine ausführliche Sidebar mit den Serverregeln usw. findet ihr auf der Startseite von feddit.org

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founded 9 months ago
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Hausaufgaben verschärfen nach Ansicht der Linken die soziale Spaltung in Deutschland. Die Partei will sie streichen. Ideen für Alternativen gibt es bereits.

Die Linke will die Hausaufgaben für Schülerinnen und Schüler abschaffen. Hausaufgaben seien »eine Klassenfrage«, sagte Linkenchef Jan van Aken dem »Stern«

Kinder von Akademiker-Eltern seien hier im Vorteil gegenüber anderen Kindern. »Lernen gehört in die Schule, nicht ins Wohnzimmer«, betonte van Aken.

»Hausaufgaben vertiefen die soziale Spaltung«, zitierte der »Stern« aus einem Papier, das van Aken mit der Linkenbildungsexpertin Nicole Gohlke verfasst hat. Darin heißt es weiter: »Wer Eltern hat, die helfen können, kommt weiter. Wer nicht – bleibt zurück. Wer kein eigenes Zimmer hat, keine Ruhe, keine Unterstützung, bekommt schlechtere Noten.« Dies sei »keine individuelle Schwäche, das ist strukturelle Ungerechtigkeit«.

Die Linke reagierte damit auf eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Untersuchung zeigt, dass Erstklässler aus Familien mit geringen Einkommen und geringerer elterlicher Bildung in Deutschland mit größeren Bildungsnachteilen starten als in vielen anderen Ländern.

Auch andere Bildungsfachleute hatten wiederholt die Hausaufgaben infrage gestellt, etwa die Bildungsökonomin Jutta Allmendinger, langjährige Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin. Ihrer Ansicht nach verschärfen die Aufgaben je nach sozialer Herkunft die Kluft zwischen den Schülern: Wo im Elternhaus Ressourcen und Vorbildung vorhanden sind, gibt es tendenziell mehr Förderung als in Familien ohne akademischen Bildungshintergrund. Und der Bürgerrat Bildung hatte im Januar empfohlen, Hausaufgaben durch Vertiefungsstunden zu ersetzen, die im Stundenplan integriert werden. Eine Idee, die auch bei der Linken Anhänger findet.

In ihrem Fünfpunkteplan fordert die Partei neben der Abschaffung der Hausaufgaben auch die komplette Freistellung von allen Schulgebühren – auch für Bücher, Schulessen, Tablets und Fahrkarten –, eine gemeinsame Schule bis »mindestens zur 10. Klasse«, ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Sanierung und Ausstattung von Schulen sowie mehr Personal für Bildungseinrichtungen.

top 50 comments
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[–] kugel7c@feddit.org 0 points 42 minutes ago (1 children)

Jo speziell für die späteren Klassen halte ich das für ne sehr sinnige Forderung. Ich habe die zusehends eh nicht gemacht und bei mir haben sich die meisten fächer gleichzeitig verbessert. Die "guten" Lehrer haben allerdings Hausaufgaben speziell in der Oberstufe auch nicht wirklich mehr eingefordert. Prüfungsvorbereitung und Ausgleich für ausgefallene Stunden mal außen vor genommen.

Das einzige Thema wo Hausarbeit wohl kaum vermeidbar ist sind wohl Vokabeln lernen, da ist die fast tägliche kurze Repetition nahezu unumgänglich.

[–] kuerbiskernoel@feddit.org 2 points 22 minutes ago

Und Mathematik braucht Übung um schnell und genau zu werden.

Und in Latein lernt man auch nicht von allein, Texte zu übersetzen.

Und in Deutsch und Fremdsprachen kann man auch nicht wirklich Texte in der Schule schreiben (einerseits weil man die Stunden für Stoff braucht, andererseits weil es besser ist einen mehrstündigen Text in einem durch zu schreiben, nicht jeweils eine Stunde an 2-3 Tagen).

In Hauptfächern kommt man um Hausübung nicht herum ohne das Niveau zu senken.

[–] lichtmetzger@discuss.tchncs.de 16 points 16 hours ago* (last edited 16 hours ago) (4 children)

Ich hab irgendwann aufgehört, Hausaufgaben zu machen, weil ich es nicht eingesehen habe, acht Stunden in der Schule zu sitzen, anderthalb Stunden erstmal dort hin- und wieder zurückzufahren (war am Arsch der Welt, also musste ich mit dem Fahrrad fahren - Hausaufgaben darauf machen geht auch eher schlecht) und dann noch mehrere Stunden Aufgaben zu lösen. Selbst in der freien Wirtschaft hast du (oft) keine 10-12h-Tage und ich fand es immer ungerecht, die Freizeit meiner Jugend mit mehr Bullshit zu verplempern als ein Berufstätiger.

Was gab das für einen Stress. Elterngespräche ohne Ende, teilweise wurde ich von Lehrern vor meinen Mitschülern regelrecht runtergemacht (wir hatten ein paar Sadisten, die das richtig geil fanden) und selbst viele meiner Mitschüler fanden, ich wäre ein faules Schwein. Man muss dazusagen, bei Gruppenarbeiten habe ich nie jemanden hängenlassen, aber einzelne Hausaufgaben waren mir irgendwann scheißegal.

Ich habe in der freien Zeit gelernt, wie man Webseiten baut, Server aufsetzt und einfach weil ich Bock hatte, an Computern rumgebastelt. Manchmal bin ich auch einfach zum Strand gefahren und hab da gechillt, während die anderen Deppen sich zu Hause den Arsch aufgerissen haben. Für nix!

Jetzt bin ich Sysadmin, Mediengestalter und Coder und arbeite 30h die Woche. Die Society (besonders Lehrer) hat mir immer gesagt, aus mir wird sowieso nie irgendwas. Fick die Society.

P.S.: Ich glaube, so richtig die Motivation an diesem System habe ich verloren, als ich Informatik nicht mehr belegen durfte. Das war ab der 10. Klasse (oder so?) ein Wahlpflichtfach - das einzige Fach, an dem ich Spaß hatte und durchgehend Einsen geschrieben habe. Ich war der beste Informatikschüler an der gesamten Schule. Allerdings gab es nicht genug Plätze und zu Gunsten eines rich kids wurde ich unter dem Vorwand "Du bist ja in Mathe zu schlecht, du darfst den Kurs nicht machen" dort nicht weiter aufgenommen. Stattdessen wurde ich gezwungen, KUNST zu belegen. Das war so ungerecht, dass ich mir vorgenommen hatte, einfach auf alles zu scheißen.

Lustigerweise meinte die Kunstlehrerin auch immer, ich hätte gar kein Talent und wäre in ihrem Kurs völlig falsch. Ich würde niemals in dieser Branche arbeiten. Ich wurde schon von Kunden gebucht, um bei ihnen vor Ort gemeinsam Materialien zu designen, also hat die Frau (wie so viele andere) auch nur Scheiße gelabert.

Worum ging's nochmal? Achja, Hausaufgaben. Ja, die können weg. War eine kluge Entscheidung, diese Partei zu wählen.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 6 points 16 hours ago

geiler kommentar und geile lebenseinstellung :)

[–] ctenidium@lemmy.world 6 points 16 hours ago* (last edited 16 hours ago)

Respekt, ich finde diese Einstellung die du damals hattest sehr reflektiert! Aber Nonkonformisten haben es in der Schule immer schwer. Dass du heute da bist, wo du heute bist ist trotz und nicht wegen der Schule.

[–] Don_alForno@feddit.org 3 points 15 hours ago

So ein dickes Fell hätte ich nicht gehabt. Respekt, und gut, dass es für dich am Ende gut gelaufen ist.

[–] kossa@feddit.org 2 points 15 hours ago* (last edited 15 hours ago)

Hab ab der 7. auch keine Hausaufgaben mehr gemacht. Jetzt bin ich Hausmann und Papa, besser hätte ich es auch nicht getroffen, wenn ich mehr Hausaufgaben gemacht hätte, deucht mir. Hatte auch n schöneres Leben nach der Schule als mit Hausaufgaben.

Kurze Rede, gar kein Sinn: kann ich so unterschreiben 😅

Edit: genaugenommen habe ich die Zeit für richtig, richtig viel ehrenamtliches Engagement genutzt, 4000% sinnvoller als jede scheiß Hausaufgabe.

[–] arakhis_@feddit.org 2 points 10 hours ago

Die Linke will 95+% Dinge die nicht so kleinkariert sind. Warum wohl ausgerechnet dieser Richtungswunsch einer spezifischen Änderung des größeren Themas "Bildungssystem marode" so dargestellt wird, dass der allgemeine ignoranztriefende Dulli drüber lacht und's abstempelt...?

Hmm....

[–] rustydrd@sh.itjust.works 8 points 16 hours ago

Bei Hausaufgaben ist der Nutzen wissenschaftlich fraglich, bzw. stark von der Qualität der Aufgaben abhängig und wie sie im häuslichen/schulischen Lernumfeld integriert werden. Trotzdem fände ich es wichtig, dass man sie nicht ersatzlos streicht (mehr Lerngelegenheiten sind immer noch gut), sondern stattdessen über Lösungen nachdenkt, von denen Schüler:innen mit unterschiedlichen Hintergründen gleichermaßen profitieren (z.B. Hausaufgabenbetreuung, Ganztagsschule).

[–] PhilLab@feddit.org 39 points 22 hours ago (7 children)

Im Referendariat fürs Lehramt lernt man sogar, dass es bis jetzt nicht gelungen ist, einen wissenschaftlich belastbaren Vorteil von Hausaufgaben nachzuweisen. Daher soll man ab der 8. Klasse "möglichst vermeiden" welche aufzugeben. Warum diese Handlungsempfehlung nicht auch schon für untere Klassen gilt, wurde allerdings nicht klar. Vielleicht weil dort die (angenommene) Zeitverschwendung angesichts weniger Nachmittagsunterrichts nicht so ins Gewicht fällt wie in höheren Klassen?

[–] cows_are_underrated@feddit.org 11 points 20 hours ago (1 children)

Vermutlich um Kindern das lernen beizubringen. In der Oberstufe muss man sich einfach zu Hause auch Hinsetzen, sofern man durch die Klausuren kommen will. Wenn man das nicht früh lernt, wird es nachher ziemlich beschissene (spreche aus Erfahrung).

[–] XM34@feddit.org 2 points 12 hours ago (1 children)

Kann ich so nicht bestätigen. Bis zum Abitur war alles super einfach. Aber das ist vermutlich auch Typsache.

[–] cows_are_underrated@feddit.org 1 points 12 hours ago

Kommt auch stark aufs Fach an. Ich musste auch nur für Geschichte und Mathe LK lernen. Der Rest ging so.

[–] Spezi@feddit.org 11 points 22 hours ago (1 children)

Vielleicht ist auch die Erwartungshaltung, dass bis zu siebten Klasse die meisten Eltern noch “mithalten” können. Das berücksichtigt aber dann natürlich nicht, dass manche Eltern mehr arbeiten müssen als andere und weniger Zeit haben ihr Kind bei den Hausaufgaben zu unterstützen.

[–] Tartufo@lemmy.world 10 points 20 hours ago

Finde ich tatsächlich interessant. Ich war nicht in Deutschland in einer Grundschule sondern im EU-Ausland und dort hieß es "die Eltern sollen unter keinen Umständen bei den Hausaufgaben helfen. Nur gucken, dass das Kind sich auch damit beschäftigt." Grund war, dass die Lehrer so schauen wollten, wieviel denn jeder aus dem Unterricht mitgenommen hatte.

Kaum war ich dann auf der weiterführenden Schule (das dann in Deutschland, fiel mit dem Umzug zusammen) hab ich mir als aller erstes die Hausaufgaben abgewöhnt. Die waren in DE dann aber auch fast alle auf dem Niveau "schreib die 50 größten/längsten/etc von der Landkarte auf Seite x in eine Tabelle".

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[–] gandalf_der_12te@feddit.org 6 points 16 hours ago

das war nicht auf meiner 2025 bingo karte.

[–] ComfortableRaspberry@feddit.org 59 points 1 day ago (1 children)

Mein Bruder hatte große Probleme mit der Schule und Hausaufgaben. Schon ab der ersten Klasse. Meine Mutter mit zwei Jobs (nachts und morgens) hatte dann versucht dich mittags noch mit ihm hinzusetzen und Hausaufgaben zu machen. Ich glaube das war für beide schlimm. Sie hatte in dem Zustand nicht die nötige Geduld, um auf ihn einzugehen und für ihn wurde es jeden Tag schlimmer, weil ers nicht in sehen Kopf gekriegt hat.

Mit zu bekommen, wie die Mutter aus wachsender Frustration über dein Unvermögen auf Drogen zurückgreift (sie hatte angefangen während dieser "Sitzungen" zu rauchen und zu trinken, einziger Bewältigungsmechanismus, den sie von ihren Eltern gelernt hatte), kann nicht förderlich sein. Und das ist sicherlich noch die harmlosere Variante.

Eine Alternative Lösung fände ich zumindest Mal Wert ausprobiert zu werden. Für mich ist dabei fraglich, ob unsere zukünftige Regierung hier etwas tun will bzw wird. Bildung ist ja schon lange ein zwei Klassen Thema und an manchen Stellen wirkt das auf mich sehr gewollt.

[–] cjk@discuss.tchncs.de 4 points 12 hours ago (1 children)

Feel ya.

Für uns gab es Prügelstrafe, wenn wir dir Aufgaben nicht gemacht haben.

Mein erster Bruder wurde mit einer Lernbehinderung geboren, und ich sehe manchmal immer noch vor mir, wie meine Mutter die Aufgaben buchstäblich in ihn hinein prügelt, weil er die Dinge einfach nicht verstanden hat und/oder immer die gleichen Fehler gemacht hat.

Später hat sie dann angefangen zu trinken, bis sie mal besoffen die Kellertreppe herunter gefallen ist und sich dabei den Arm sehr kompliziert gebrochen hat.

Meine beiden ältesten Schwestern haben sie dann zu einer Suchtberatung genötigt.

Ich fühle mich manchmal immer noch schlecht, dass ich als Ältester nichts unternommen habe, nichtmal als sie gefallen ist.

Sorry für meinen Ausbruch. Irgendwie hat dein Beitrag einen Nerv bei mir getroffen (kein Vorwurf!)

[–] ComfortableRaspberry@feddit.org 2 points 12 hours ago

Kein Grund dich zu entschuldigen. Zeigt ja sehr gut, dass solche Erlebnisse kein Einzelfall sind. Und die Situation an sich wäre vermeidbar.

Ich fühle mich immer noch schlecht, dass ich als Ältester nichts unternommen habe

Das ist schwer. Habe in der Therapie durchgehend daran zu knabbern gehabt, dass es eigentlich unmöglich ist, in einem gewissen Umfeld aufzuwachsen ohne sich "mitschuldig" zu machen. Da müssen wir wohl einfach durch .-.

[–] circledot@feddit.org 7 points 16 hours ago

Bezüglich der Hausaufgaben können sie sich mit Harald Lesch zusammentun.

[–] kossa@feddit.org 14 points 19 hours ago* (last edited 15 hours ago)

Neben der Bildungsungerechtigkeit durch Support fand ich auch das Zeitthema immer doof. Wer schneller ist, hat mehr vom Nachmittag und lernt da auch noch andere Dinge. Hatte ein paar Freunde, die haben deutlich länger gebraucht als ich. War halt immer voll doof, wenn ich nachmittags bei denen war, saß ich dann ggf. dumm rum, oder habe ihnen die Lösungen einfach gesagt, oder die konnten erst später mit mir überhaupt raus etc. Für kindliches Erleben auch einfach doof, weg mit dem Scheiß!

[–] seeigel@feddit.org 10 points 18 hours ago

Wenn Ruhe für Hausaufgaben das Problem ist, sollten Schulen nach Schulschluss ab sofort die Klassenzimmer nutzen, um den Schülern diese Räume anzubieten. Dann aber nicht getrennt nach Alter und Klassen sondern nach Ruhebedürfnis und Ruhevermögen.

[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 11 points 21 hours ago

Juhu, die Linke hat endlich mal wieder eine Idee, die ich verstehe! Nein, kein Sarkasmus zu lesen - lange Zeit hab ich mich nicht mehr mit der Partei verbunden gefühlt, weil ich wirklich gewisse Haltungen und Forderungen nicht nachvollziehen konnte.

Dass man aber das über 100 Jahre in Stein gemeißelte Konzept "Schule" ankreidet, ist die richtige Kerbe. Da wäre so viel zu machen, ich sehe das jeden Tag selbst, wie sinnlos und fernab jeglicher Lebensrealität dort agiert wird. Hausaufgaben wären nur die Spitze des Eisbergs, aber immerhin ein guter Anfang.

[–] Feddinat0r@feddit.org 21 points 1 day ago (1 children)

Also generell würde ich zustimmen. Man muss halt irgendwie ausarbeiten wie diese vertiefungsstunden aussehen. Einfach die hausaufgabenblätter nehmen und diese da machen, beaufsichtigt von keiner fachkraft, fände ich jetzt doof.

Auch, dass die kinder plötzlich 2h länger bleiben müssen, statt die hausaufgaben zuhause in 30min zu machen ist schwierig zu vermitteln.

Generell würde ich aber zustimmen und gerade in der ersten klasse ist der Unterschied der Schüler immens groß.

Mädels die im Kindergarten und zuhause gern gemalt haben, wissen wie man mit einem stift umgeht. Der Junge, der malen meidet und nie einen Stift gehalten hat.

Da prallen welten aufeinander. Generell befürworte ich es aber.

Ihr Feddinat0r

[–] Latschenkiefer@feddit.org 10 points 23 hours ago (2 children)

Mädels die im Kindergarten und zuhause gern gemalt haben, wissen wie man mit einem stift umgeht. Der Junge, der malen meidet und nie einen Stift gehalten hat.

Deshalb müssen die "Mädels" aber nicht darunter leiden, dass die Jungen dass noch nicht können. Warum außerdem dass geschlechterspezifische Beispiel? Malen Jungen etwa nicht?

[–] Samsy@lemmy.ml 6 points 21 hours ago* (last edited 21 hours ago)

Kitas sind der Hort der ersten Klassenbestimmung. Da gibt es inzwischen Themenräume und Kinder sollen "frei" wählen ob sie lieber im Bauraum bauen oder im Kunstraum malen. Wie das endet kann man sich vorstellen. Besonders da trotz freier Wahl ein Bauraumkind zunächst dort angebunden ist und deshalb nur selten wechselt besonders ohne Anleitung.

PS. Und in Coronazeiten durfte dann gar nicht gewechselt werden. Also warum malt das Bauraumkind nur so wenig? Tja gute Frage. /s

[–] lIllIllIllIllIllIll@feddit.org 7 points 23 hours ago

Bei uns im Kindergarten ist es leider tatsächlich genau so. Da nimmt kein(!) Junge nen Stift in die Hand.

[–] Latschenkiefer@feddit.org 12 points 23 hours ago (4 children)

eine gemeinsame Schule bis »mindestens zur 10. Klasse«

Bitte nicht. Da gibt es einfach zu große Leistungsunterschiede, genauso wie Interessensunterschiede zwischen den Schülern. Dadurch bremst man einfach nur die aus, die motiviert sind, oder man vernachlässigt die, die was langsamer sind.

[–] Scaramousse@lemmy.world 11 points 20 hours ago

Komisch, dass in den Ländern, deren Schulsystem hoch gelobt wird, Klassen eben nicht separat sind. Dass hier bereits für 10-jährig von Grundschullehrern entschieden wird, ob sie zum Studium taugen oder nicht, ist ein Unding. Nicht nur werden Migranten systematisch benachteiligt, auch Jungen kommen mit einer später einsetzenden Entwicklung schlechter weg. Es gibt bestimmt hundert Maßnahmen, die das Schulsystem tatsächlich verbessern könnten, ohne dass man auf diesem Elitarismus beharrt, dessen Schädlichkeit längst wissenschaftlich erwiesen wurde.

[–] Dunstabzugshaubitze@feddit.org 17 points 23 hours ago (7 children)

wir trennen schon arg Früh, die Niederlande machen das z.b. erst nach der 8. Klasse und Schweden nach der 9. also zu Zeitpunkten wo die Schüler schon mehr Ideen haben, was sie machen wollen und vor allem Zeit hatten Fähigkeiten zu entwickeln in berreichen wo sie zu Beginn der Schullaufbahn vllt etwas hinterher waren.

Außerdem könnten auch "starke" Schüler davon profitieren, wenn man ihnen beibringt anderen dinge beizubringen.

Außerdem sind wir eh auf dem Weg zur Einheitsschule, wenn man sich anschaut wie viele Kinder nach der Grundschule zum Gymnasium gehen.

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[–] circledot@feddit.org 13 points 23 hours ago (2 children)

Es kommt doch ganz darauf an, wie das ausgestaltet ist.

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[–] DrunkenPirate@feddit.org 9 points 23 hours ago (4 children)

Super Idee: Race to bottom!

Als ein Schüler der 80iger Jahre in den ersten Schuljahren der Gesamtschule habe ich das mitbekommen, was jetzt alles (mal wieder) propagiert wird.

Kurzfassung: Konzept gut, wird aber schnell kaputt gespart - genau ein Politikwechsel später.

Meine Gesamtschule hatte: Hausaufgabenbetreuung, Förderkurse für schlechte und gute(!) Schüler, gemeinsame Klassen bis zur 10 und war eine Ganztagsschule bis ca 15 Uhr.

Das hat genau 2 Jahre lang gut funktioniert, dann kam eine neue Landesregierung und hat es kaputt gespart. Erst wurden die Unterstützung für die guten Schüler gestrichen. Später die Hausaufgabenbetreuung reduziert. Die 10. Klasse war der Horror, weil die Jungs (vornehmlich Jungs) mit einem Ausbildungsvertrag steil gegangen sind, weil Noten waren dann egal. Das fällt mit der Pubertät zusammen und ich erinnere mich noch an einen fliegenden Schultisch eines Mukkikerls. Für bessere Schüler war die 10. Klasse ungemein strapazierend und gleichzeitig immens wichtig für die gymnasiale Oberstufe - Abitursschiene. Ich habs gerade so geschafft. Unterm Strich bin ich unter meinen Fähigkeiten geblieben und auf einem Gymnasium vermutlich besser gewesen. Hat mir allerdings später nicht geschadet, da ich mich durchgekämpft habe.

Gut fand ich dabei den Technikunterricht und die soziale Durchmischung. Es gab einige, vorallem fleißige Mädchen, die über die Reslschule zu uns kamen und Abi geschafft haben. Allerdings galt auch hier „Race to bottom“, denn es gab Schulstunden in denen IMMER der Finger hoch ging und diese Leut Verständnisfragen hatten. Das hat den Unterricht extrem aufgehalten. Habe da teilweise ein Nickerchen gemacht, weil erste Stunde. Nach zweimal Testfragen vom Lehrer, war es ihm auch klar und ich wurde nie mehr gestört.

Unterm Strich halte ich das Konzept für schwierig, da es den Leistungsdurchschnitt nach unten befördert. Auch gute Schüler haben ein Recht auf Förderung, um ihr Potenzial auszuschöpfen. Das wird immer schnell vergessen.

[–] Saleh@feddit.org 13 points 22 hours ago* (last edited 22 hours ago) (14 children)

Was hat das mit Hausaufgaben zu tun?

"Schlechte" Schülys werden nicht dadurch besser, dass sie unter schlechten Bedingungen Hausaufgaben halb oder garnicht erledigen. Umgekehrt kann ich genauso sagen, dass es mich frustriert hat, wenn wir die Hausaufgaben durchgegangen sind, weil ich die meistens eh nicht gemacht hatte, oder schnell in der Pause vor der Stunde irgendwas hingekritzelt. Die gute Förderung in Sachen Bildung durch meine Eltern hat sich auch nicht auf Hausaufgaben bezogen, sondern auf Besuche von Museen, Naturlehrpfade, aktive Einbindung bei handwerklichen Arbeiten im Haus... Das ich gelernt habe, die trigonometrischen Funktionen für die Berechnung von Holzbalken beim Dachausbau einzusetzen war viel nützlicher als die Hausaufgaben dazu.

An dem Problem verschiedener Leistungsstände kommst du so oder so nicht vorbei, ohne entsprechende Ressourcen für bessere individuelle Betreuung in der Schule zu haben.

Eine kaputtgesparte Schule mit Hausaufgaben ist nicht besser als eine kaputtgesparte Schule ohne Hausaufgaben.

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