this post was submitted on 03 Apr 2025
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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Unsinn, da muss man keine „Lebensqualität“ opfern! Mal die Kirche im Dorf lassen!
Lebensqualität ist eine von Person zu Person unterschiedliche Empfindung. Das Ändern von Gewohnheiten (Geschmack ist auch eine Gewohnheit) wird von den meisten als Einschränkung der Lebensqualität empfunden.
Wenn man den Effekt des "sich Anpassen müssen" ausser Acht lässt, hast Jedoch Recht. Für den größten Teil von Produkten und Dienstleistungen des Alltags gibt es für den benötigten Anwendungsfall eine vollwertigen Ersatz. Dieser bietet meist die gleiche oder in vielen Fällen auch bessere Qualität im Sinn des Zwecks. Wer sich die Fähigkeit erhält, eigene Gewohnheiten schnell zu verändern, hat klar einen Vorteil.
Kommt drauf an wie konsequent man ist. Eine Umstellung von Windows oder Mac/iOS auf Linux schüttelt man sich nicht mal eben aus dem Handgelenk, und für Desktop/Laptop-CPUs gibt es einfach überhaupt keine Alternative.
Davon abgesehen ist es auch schwer den Überblick zu behalten. Hab z.B. gestern aus versehen was von Mondelez gekauft (eine Tüte Brotchips von TUC).
Deswegen habe ich für mich entschieden abzuwägen was ich ersetze. Apple gehört für mich momentan nicht dazu. Man muss es ja auch nicht übers Knie brechen. Aber bei Lebensmitteln bin ich konsequent.
ARM ist britisch wen ich mich nicht irre
ARM stellt aber keine Chips her und designt auch in der Regel keine konkreten Produkte, das machen Firmen wie Qualcomm die eben auch meistens aus den USA kommen. Samsung (Korea) ist im Mobile-Bereich einigermaßen vertreten, aber sie bieten keine Desktop- oder Serverhardware an.
Da gibt es aber auch nicht-US Alternativen, die USA sind da stark aber bei weitem nicht konkurrenzlos. Z.B. Mediatek aus Taiwan macht Chips für Chromebooks. Dann gibt es China mit Huawei, Unisoc, Rockchip. Japan hat Renesas die Arm Chips bauen können. Die Niederlande haben NXP.
Nicht alle davon haben direkt Arm Chips für Laptops oder Smartphones, aber das ist eine geschäftsstrategische Entscheidung und die Technologie für Arm Prozessoren beherrschen sie durchaus. Und mindestens Mediatek als Alternative für Laptops kann man jetzt auch schon im Laden kaufen.
Es kann schon sein dass man aktuell mit Verzicht auf US Unternehmen einen Kompromiss auch bei der Leistungsfähigkeit eingeht und ggf. nicht die allerschnellsten KI NPUs usw. bekommt. Aber möglich ist das absolut.
Renesas und NXP machen soweit ich weiß aktuell nicht einmal Smartphone-CPUs, und bei China treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus.
Chromebooks sind halt eine richtig beschissene Alternative. Wenn man das nicht mit dem Google-Betriebssystem nutzen will (von wegen "europäisch"), muss man Linux installieren, was auf diesen Geräten oft sehr kompliziert ist oder sogar überhaupt nicht geht und dann auch noch in der Regel nur unvollständig die Hardware unterstützt.
Ja, und wenn man dann europäisch kauft, dann unterstützt man immer noch den Genozid in Gaza.
Also am Besten einen Holzspeer schnitzen und in den Wald gehen, denn alles Andere macht ja buchstäblich keinen Unterschied.
/s
Dämlicher Vergleich. China interessiert sich doch noch weniger für Gaza als die EU. Setzen EU-Länder irgendwo im großen Stil Zwangsarbeiter ein, so wie China? Und davon abgesehen ist es einfach wirtschaftlich unklug, sich derartig von einem fernen Land abhängig zu machen, mit dem wir nicht einmal verbündet sind sondern das ganz klar imperialistische Ambitionen hat. Selbst bei einem freundlichen Land wäre das dumm (siehe USA), aber bei China fehlt von Anfang an jeglicher guter Wille.
Was ich damit sagen will, ist, dass wir im Bereich CPUs aktuell einfach am Arsch sind.
AFAIK gehören die seit einiger Zeit mehrheitlich einem Japanischen Eigner. Das ändert aber natürlich nichts an der Gültigkeit deines Arguments.
Das ist wohl unbestritten wahr. Aber man kann trotzdem anfangen damit.
Wenn man nicht gerade Spezialsoftware braucht, geht das einfacher als man meint. Habe vor einem halben Jahr gewechselt und es keine Sekunde bereut.
Dito.
Man muss sich halt ein wenig damit beschäftigen, ob's alles gibt, was man persönlich braucht, ob's Alternativen gibt, inwiefern man virtualisieren kann/muss usw.
Aber alles in allem, machbar. Windows vermisse ich inzwischen kein Stück mehr.
Selbst Gaming ist ziemlich schmerzfrei inzwischen dank Steam, Lutris, GoG
Absolut. Aber ich muss mir jetzt echt mal Lutris geben. Wird mir überall empfohlen. Ich nutz' Bottles bisher - aber auch keine Probleme damit.
Naja, aber sagst du nicht selber hier drunter, dass du zb auf Apple trotzdem nicht verzichten möchtest? Was man jedoch für einen stringenten US-Boykott auch machen müsste.
Insofern würde ich da schon von Opfern von "Lebensqualität" sprechen, denn genau das steckt ja dahinter, wenn wir zwar die Erdnussbutter oder den Burger stehen lassen, aber eben doch bei Netflix oder an unserem Apple hängen, weil das schon sehr viel mehr wehtun würde.
Die Rewe-Erdnussbutter hat Erdnüsse aus Argentinien und wird in den Niederlanden produziert 😉
Hätte gedacht ich würde Lebensqualität opfern, hab aber durch den Umstieg auf Linux Lebensqualität gewonnen.
Absolut nervige Windows-Probleme ein für allemal los zu sein, ist schon sehr viel Lebensqualität. Es gibt recht viele Linux-Distributionen, die auf nicht komplett exotischer Hardware besser laufen und mit weniger Aufwand zu installieren und einzurichten sind, als Windows. Einmal richtig eingerichtet, sind die dann auch, von Releasewechseln abgesehen, praktisch wartungsfrei.
Auch das unheilige Machwerk der Apfelsekte hab ich eigentlich auch eher nur als umständlich in Wartung und Konfiguration empfunden. Wenn man da irgendwas auch nur marginal anders will, als Apple das vorgibt, wird es blöd, oder geht halt nicht.
Ich komme damit klar, nicht 100% konsequent zu sein.
Kein Stress, ich auch. Aber obwohl du die Aussage "Lebensqualität opfern" kritisierst, verzichtest du doch quasi aus genau diesem Grund auf einen Boykott von Apple. Insofern hat der Artikel damit doch recht, wenn er fragt, wie viel Lebensqualität wir hierfür tatsächlich bereit sind zu opfern.
In der Tat!
Hab noch nie was von Apple besessen und zocken kann man mittlerweile auch auf Linux ganz gut. GrapheneOS gegen google und soziale Medien außer Lemmy nutze ich schon lange nicht mehr. Das geht schon klar ohne den Amis. Lediglich bei Filmen und Serien wird es schwierig.
Auf welchem Gerät?
Auf meinem Pixel 7 Pro, das ich schon länger besitze. Ich plane auch nicht in absehbarer Zeit umzustellen...
Was häufig übersehen wird: Man muss nicht aufhören, Produkte eines Konzerns zu nutzen, um ihn zu boykottieren.
Man muss nur aufhören, Geld an ihn zu zahlen.
Wenn ich z.B. mein iphone immer nur gebraucht kaufe, zahle ich über die gesamte Nutzungsdauer keinen einzigen Cent an Apple. Ich nutze aber weiter ihre Server, was sie Geld kostet.
Klar zahlen die App-Entwickler Geld an Apple, und der Vorbesitzer hat auch Geld an Apple gezahlt, vielleicht in der Hoffnung, etwas davon beim Wiederverkauf zurückzubekommen. Aber das war nicht meine Entscheidung und nicht mein Geld.
Und wenn man so indirekte Kontributionen auch konsequent vermeiden will, muss man halt echt in den Wald gehen.
Wenn man will, kann man ja noch das Apple Logo mit einem EU-Flaggen-Sticker überkleben.
Ich stimme dir größtenteils zu. So ganz raus ist man mit dem Second-Hand-Ansatz jedoch nicht: einerseits stärkt eine Nachfrage nach Gebraucht-iPhones den Markt für iPhones insgesamt, was es für Erstkäufer interessanter macht, sie zu kaufen. Andererseits steuert man natürlich auch bei, die Marktmacht Apples zu sichern, denn auch ein Gebraucht-iPhone-Nutzer ist ein Nutzer des Apple-Ökosystems und verschafft diesem damit Stärke und Relevanz.
Aber natürlich sind wir am Ende eben auch alle nur normale Menschen, die Dinge nie dogmatisch zu 100% durchziehen und da ist dein Ansatz natürlich ein sehr guter Mittelweg!
Na klar mussan das, sonst unterstellst du dass kein Verbraucher irgendein Produkt anhand der Qualität auswählt. Oft haben amerikanische Unternehmen gute Produkte entweder selber produziert oder einfach aufgekauft. Und dann zu wechseln ist natürlich mit entweder höherem Preis oder niedrigerer Qualität verbunden, oder liege ich da falsch?
Die Kaufentscheidungen sind nicht unbedingt rational.
Beispiel Cola und Whopper. Es ist gesünder stattdessen weniger zuckerhaltige Getränke zu trinken und viele Leute haben ein Suchtproblem im Umgang mit süßen und fetthaltigen Lebensmitteln.
Warum kaufen viele Menschen das trotzdem? Schau dir an, wieviel Werbung gemacht wird. Du wirst kaum durch eine größere Stadt gehen können, ohne Werbung für Coca Cola und Fast Food wie BurgerKing und McDonalds sehen zu können. Diese Unternehmen wissen, dass ihre Produkte schädlich sind. Sie wissen, dass ihre Produkte keinen wirklichen Nutzen bringen. Sie wissen, dass sie die Menschen mit agressivem Marketing dahin manipulieren müssen, das Zeug zu kaufen.
Wenn jetzt Menschen aufhören sich mit Cola, Burger & co. wegen den USA selbst zu schaden, dann hilft ihnen das nicht nur mit mehr Lebensqualität aus einer moralischen Entscheidung, sondern auch aus objektiv messbaren gesundheitlichen Verbesserungen.